Tiefbrunnenpumpe mit Druckschalter

Tiefbrunnenpumpe und Rückschlagventil: Ein ideales Paar?

 

Es gibt Tiefbrunnenpumpen mit Rückschlagventil und solche, die keines haben. Es handelt sich also um Tiefbrunnenpumpen mit Druckschalter. Wer sich mit der Materie nicht auskennt, fragt sich wahrscheinlich, welche Variante die bessere ist: Das „Pärchen“ oder die Pumpe als „Single“. Wie bei uns Menschen, lässt sich diese Frage nicht auf die Schnelle beantworten und erst recht nicht pauschal.

 

Daher werden wir im folgenden Artikel zunächst auf Rückschlagventile allgemein eingehen, d.h ihre Funktionsweise und Wirkung. Dann wirst du auch die Vor- und Nachteile einer Verbindung zwischen Tiefbrunnenpumpe und Rückschlagventil verstehen und kannst entscheiden, ob sie für dein Vorhaben ein ideales Paar sind oder nicht.

 

Was ist ein Rückschlagventil?

 

Um festzustellen, wie gut Tiefbrunnenpumpe und Rückschlagventil zueinander passen, sollten wir Letzteres erst einmal vorstellen:

 

Ein Rückschlagventil gehört zu den so genannten Schwerkraftbremsen. Diese werden eingesetzt, um eine unerwünschte Zirkulation zu verhindern, z.B. in Heizungs- und Solar-Systemen, in Lüftungs-Anlagen, aber auch in Wasserinstallationen.

 

Je nachdem für welchen Bereich die Schwerkraftbremse eingesetzt werden soll, gibt es entsprechende Bauformen. Eine davon ist das Rückschlagventil.

 

Dieses besteht meistens aus einer Feder und einem Schließelement (Kugel, Kegel, Teller, Membran oder Kappe), das locker auf der Durchlass-Öffnung sitzt.

 

Damit das Medium nur in eine Richtung hindurchströmen kann, funktioniert das Ganze wie folgt: Das strömende Medium (Wasser, warme Luft, etc.) trifft aus einer Richtung auf das Rückschlagventil. Der dadurch entstehende Druck bewirkt, dass sich das Schließelement hebt und damit der Durchlass freigegeben wird. Das Medium kann also hindurchströmen.

Trifft der Strom aus der anderen Richtung auf das Rückschlagventil, drückt die Feder das Schließelement auf die Durchlass-Öffnung (auch „Sitz“ genannt) und damit wird der Durchfluss verhindert.

 

Auf diese Weise kann das Medium nur in eine Richtung strömen und nicht wieder zurück.

Die Richtungen sind auf dem Rückschlagventil angegeben.

 

Was bewirkt das Rückschlagventil an deiner Tiefbrunnenpumpe?

 

Bei einer Tiefbrunnenpumpe ist das strömende Medium natürlich Wasser.

Das Rückschlagventil ist also dafür da, dass das Wasser zwar in eine Richtung, also nach oben zur Entnahmestelle, gefördert werden kann, aber nicht wieder zurück in das Rohrsystem fließt.

 

Jetzt fragst du dich sicherlich, ob das denn so wichtig ist, daher kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt.

 

Brauchst du ein Rückschlagventil?

 

Anders gefragt: Sind Tiefbrunnenpumpe und Rückschlagventil nun das ideale Paar oder nicht?

Wie Eingangs bereits erwähnt, können wir diese Frage nicht pauschal beantworten, da es, wie bei den meisten Verbindungen, auch auf die Rahmenbedingungen ankommt.

In diesem Fall geht es vor allem darum, ob du einen Druckschalter nutzt oder nutzen möchtest.

Wenn ja, sollte deine Tiefbrunnenpumpe mit einem Rückschlagventil ergänzt werden, da dieses dafür verantwortlich ist, dass das Rohrsystem gleichmäßig unter Druck steht.

 

Hast du für deine Tiefbrunnenpumpe einen Druckschalter, aber kein Rückschlagventil, kann Folgendes passieren: Drehst du z.B. den Wasserhahn auf, beginnt die Tauchpumpe Wasser zu fördern. Drehst du den Hahn wieder zu, läuft das nicht entnommene Wasser wieder zurück in den Brunnenschacht. Möchtest du nun erneut den Wasserhahn aufdrehen, schaltet sich die Pumpe natürlich wieder ein und dies kann zu einem Druckschlag im Rohrsystem führen.

Es gibt noch einen weiteren Vorteil eines Rückschlagventils: Da das Wasser nicht wieder abfließt, sondern oberhalb der Tiefbrunnenpumpe „gestaut“ wird, muss es beim Aufdrehen der Entnahmestelle nicht erst wieder die gesamte Strecke hinauf gefördert werden, sondern steht direkt zur Verfügung.

 

Möchtest du keinen Druckschalter nutzen, sondern hast ein offenes Wasserversorgungssystem und möchtest für die Wasserzufuhr deine Tiefbrunnenpumpe einfach ein- und ausschalten, benötigst du kein Rückschlagventil. Das bedeutet aber, dass du nicht vergessen solltest, erst deine Tiefbrunnenpumpe auszuschalten und dann z.B. den Wasserhahn oder deine Regner abzudrehen.

 

Gibt es sonst noch einen Grund, auf ein Rückschlagventil zu verzichten?

Falls du deine Tiefbrunnenpumpe im Winter im Brunnenschacht belassen möchtest, kann ein Rückschlagventil an der Pumpe problematisch sein.

 

Was du hier beachten solltest, kannst du im unteren Abschnitt dieses Artikels nachlesen.

 

Exkurs: Membran-Ausgleichsgefäße / Druckkessel und Rückschlagventile

 

Dies klingt im ersten Moment vielleicht etwas Off-Topic, ist es aber nicht.

Wie du gerade gelesen hast, kommt ein Rückschlagventil selten allein, sondern in Kombination mit einem Druckschalter. Im diesem Zusammenhang empfiehlt sich der Einsatz eines Membran-Ausgleichsgefäßes, auch einfach „Druckkessel“ genannt.

 

Diese Kessel gibt es in verschiedenen Größen, z.B. mit einem Fassungsvermögen von 60 l oder sogar 100 l. Sehr nützlich sind sie z.B., wenn du deine Tiefbrunnenpumpe zur Hauswasserversorgung nutzen möchtest:

 

Der Druckkessel wird mit Hilfe der Tiefbrunnenpumpe befüllt und in der Folge steht dir entsprechend viel Wasser im Haus zur Verfügung. Die Tiefbrunnenpumpe springt erst wieder an, wenn der Kessel leer ist, um ihn erneut zu befüllen. Dies ist natürlich eine Entlastung für deine Tauchdruckpumpe, da sie nicht jedes Mal auf Vollgas laufen muss, sobald du einen Wasserhahn aufdrehst, duschen möchtest oder Ähnliches.

 

Da viele Brunnenbesitzer eine Kombination aus Druckschalter und Druckkessel bevorzugen, sei hier nochmals zur Erinnerung gesagt: In so einem Fall braucht deine Tiefbrunnenpumpe unbedingt ein Rückschlagventil.

 

Gibt es einen Unterschied zwischen Rückschlagventilen und Rückflussverhinderern?

 

Im Bereich der Schwerkraftbremsen werden verschiedene Begriffe gebraucht. In Zusammenhang mit Tiefbrunnenpumpen wird nicht nur von Rückschlagventilen, sondern auch von Rückflussverhinderern gesprochen. Es gibt hier aber nur einen kleinen Unterschied.

 

Dieser liegt allerdings nicht in der Bauweise, sondern in der Güte der Abdichtung. In manchen Fällen sind Rückflussverhinderer hier hochwertiger. Meistens werden beide Begriffe aber eher als Synonym genutzt.

 

Tiefbrunnenpumpen mit integriertem Rückschlagventil

 

Mittlerweile weißt du ja, wann Tiefbrunnenpumpe und Rückschlagventil ein ideales Paar sind.

Da die meisten Besitzer von Tauchdruckpumpen auch einen Druckkessel nebst Druckschalter einsetzen, gibt es unter den Tiefbrunnenpumpen viele Modelle, bei denen das Rückschlagventil bereits eingebaut ist.

 

Tiefbrunnenpumpen ohne integriertes Rückschlagventil

 

Möchtest du, dass deine Tiefbrunnenpumpe lieber „single“ bleibt, kannst du selbstverständlich auch Geräte erwerben, die kein eingebautes Rückschlagventil besitzen.

 

Hast du eine Tiefbrunnenpumpe ohne eingebautes Rückschlagventil, möchtest aber gerne eines ergänzen, ist das kein Problem. Du kannst Rückschlagventile einzeln kaufen und ganz leicht montieren (beachte dabei die Richtungsangabe). Angeschlossen werden sie am Druckanschluss, wobei wir dir empfehlen würden, diesen vorher mit Hanf abzudichten, damit das Rückschlagventil wirklich fest sitzt und es ganz dicht ist.

 

Was kosten Rückschlagventile?

 

Möchtest du ein Rückschlagventil hinzu kaufen, interessieren dich sicherlich die Preise.

Generell können Rückschlagventile, je nach Durchmesser und Bauweise, zwischen 10 Euro und 100 Euro kosten.

 

Allerdings brauchst du in den allerwenigsten Fällen ein teures Modell. Normalerweise liegen die Preise zwischen 10 Euro und 40 Euro.

 

Was solltest du beachten, wenn du deine Tiefbrunnenpumpe auf den Winter vorbereitest?

 

Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, denn nicht nur deinen Garten, auch deinen Brunnen oder deine Zisterne solltest du auf den Winter vorbereiten.

Bei deinem Garten weißt du höchstwahrscheinlich, um was du dich kümmern musst. Doch wie sieht es mit deiner Tiefbrunnenpumpe samt Zubehör aus?

 

Hier kommt wieder das Rückschlagventil ins Spiel. Da dieses verhindert, dass das Wasser abläuft und es sich stattdessen oberhalb der Pumpe „staut“, kann es im oberen Teil gefrieren beziehungsweise Temperaturen erreichen, die dein Zubehör schädigen können.

 

Hast du ein Rückschlagventil, solltest du deine Tiefbrunnenpumpe vorsichtig aus dem Brunnen beziehungsweise deinem Wasserreservoir herausziehen und sie und vor allem ihr Zubehör frostsicher unterbringen. Dies gilt besonders für Druckschalter und Ähnliches.

Eine Ausnahme gibt es: Du kannst einen Druckschalter mit automatischer Entleerung auswählen. In diesem Fall könntest du deine Tiefbrunnenpumpe inklusive Rückschlagventil im Brunnen belassen.

 

Alternativ kannst du deinen Druckschalter und weiteres Zubehör auch generell an einem frostsicheren Ort (z.B. deinem Keller) montieren. Sicherheitshalber könntest du aber trotzdem die Brunnenstube, also den Kopf deines Brunnens, im Winter mit isolierendem Material schützen.

 

Zusammenfassung: Vorteile und Nachteile einer Verbindung von Tiefbrunnenpumpe und Rückschlagventil

 

Der Übersicht halber, fassen wir dir an dieser Stelle nochmals die genannten Vor- und Nachteile einer „Partnerschaft“ zwischen Tiefbrunnenpumpe und Rückschlagventil zusammen.

 

Vorteile

  • Gleichmäßiger Druck im Brunnen
  • Schutz der Tiefbrunnenpumpe
  • Einsatz von Druckschalter und Druckkessel möglich

 

Nachteile

  • Tiefbrunnenpumpe und Zubehör müssen im Winter entfernt werden
  • Mehr Aufwand, wenn sie nicht entfernt werden sollen

 

Fazit

 

Mit den entsprechenden Rahmenbedingungen sind Tiefbrunnenpumpe und Rückschlagventil tatsächlich ein ideales Paar, insbesondere, wenn du einen Druckschalter und einen Druckkessel verwenden möchtest.

Hast du ein offenes Wasserversorgungssystem beziehungsweise möchtest du deine Tiefbrunnenpumpe bei Bedarf einfach nur ein- und ausschalten, kann sie im Grunde auch Single bleiben.

 

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